Carbon Footprint

Angeregt von der aktuellen Diskussion zum Thema CO₂-Emissionen haben wir ein Modell zur Berechnung des Product-Carbon-Footprint für die Herstellung von holzfreien Werkdruckpapieren der Salzer Papier GmbH entwickeln lassen. Dieses berücksichtigt alle wesentlichen Rohstoffe, Betriebsmittel, Transporte und Energieträger. Für den Hauptrohstoff Zellstoff wurde ein separates Submodell zur Anwendung realistischer Daten erstellt. Herzlichen Dank an unsere Lieferanten für die Bereitstellung der Informationen.

Das CO₂-Modell wurde nach ISO 14044 (Ökobilanz) mit Berücksichtigung der CO₂-Fixierung im Wald (CEPI 10 Finger Modell) erstellt und soll ein realistisches Bild aller durch unsere Produktion direkt und indirekt ausgestoßenen CO₂-Mengen darstellen. Auf dieser Basis können wir strategische Entscheidungen zur weiteren Reduktion des von uns verursachten CO₂ ergreifen.

Wesentliche Erkenntnisse:
  • Die am Standort verwendete Energieerzeugung von Strom und Wärme aus Erdgas hat wesentlichen Einfluss auf die Ergebnisse. Der Vorteil der hocheffizienten KWK Anlage für die Wärmeproduktion führt zu höheren CO₂ Emissionen, dafür wird Strom ausschließlich aus Gas und Wasserkraft (eigene Kleinkraftwerke am Standort) genutzt und der Strom ohne Transportverluste (Netz) genutzt. Die Alternative, eine reine Wärmeerzeugung und Zukauf von Strom vom Netz ist nicht zielführend, da bei Zukauf aus dem Netz in Europa immer Atomstrom enthalten ist und der Energiemix des jeweiligen Bezugslandes angewandt werden sollte. Ein reiner Zukauf von Ökostrom ist nicht möglich, da immer der Strommix des Bezugslandes ökologisch relevant ist.
  • Die von uns angewandte Methode umfasst daher in voller Höhe auch die CO₂ Belastung aus der Stromproduktion.
  • Die Erzeugung von Wärme und Strom aus Gas ist auf Basis fossiler Rohstoffe die effizienteste Methode mit geringstem CO₂ Ausstoß und geringsten Emissionen. Eine Umstellung auf Reststoffe und Biomasse ist wegen der lokal geringen Verfügbarkeit und damit einhergehenden deutlich höheren Energiekosten und der hohen Investitionen mittelfristig nicht machbar.
  • Der CO₂ Foot Print ist je nach Produktionsweise für einzelne Produkte unterschiedlich (Tendenziell bei höherem Papiervolumen höher).
  • CO₂ Verbrauch nach ISO 14044 je durchschnittlich 2013 hergestellter Tonne Papier: 1.111 kg CO₂, nach CEPI 10 Zehen (Berücksichtigt die CO₂ Bindung im Wald) 84 kg / t CO₂. Diese Werte sind nicht auf einzelne Papiersorten anwendbar, da diese durch sehr unterschiedliche Prozessparameter beeinflusst werden!
  • Wesentlicher Focus zur CO₂ Reduktion sind Prozessverbesserungen bei der Papierherstellung

Die Studie wurde von denkstatt gmbh auf Basis der Daten für das Jahr 2013 und einer Vorstudie auf Basis der Daten 2009 erstellt.

Wir versuchen mit dieser Vorgangsweise eine umfassende Situation darzustellen, auch wenn uns bewusst ist, dass die CO₂ Werte damit möglicherweise höher sind als von anderen Herstellern.